Mit Ausnahme von Austria Klagenfurt haben alle Erstligisten in erster Instanz die Lizenz für die Bundesliga-Saison 2025/

Lizenz in erster Instanz verweigert! Klagenfurt muss bangen

Mit Ausnahme von Austria Klagenfurt haben alle Erstligisten in erster Instanz die Lizenz für die Bundesliga-Saison 2025/26 erhalten. Die Liga informierte am Freitag über den Beschluss des zuständigen Senat 5. Bei den Kärntnern wurden finanzielle Bedenken angemeldet. Der Club gibt sich kämpferisch.

„Den Beschluss nehmen wir zur Kenntnis, akzeptieren ihn jedoch nicht. Wir stehen bereits in engem, sachlichen Austausch mit der Bundesliga und werden alle Hebel in Bewegung setzen, um die noch offenen Punkte fristgerecht im Rahmen des Berufungsverfahrens zu klären“, erklärte Klagenfurts Hauptgesellschafter und Vizepräsident Zeljko Karajica. Die Austria werde das laufende Geschäftsjahr erstmals mit einem positiven Ergebnis abschließen, meinte Karajica.

Lizenz-Thematik: Das sagt Klagenfurt-Boss Gorenzel im Sky-Interview (22.02.25)

Klagenfurt verweist auf wirtschaftliche Konsolidierung

Seit dem Einstieg seiner SEH Sports & Entertainment Holding im Jahr 2019 gehe es kontinuierlich bergauf, schrieb der Club auf seiner Webseite. Karajica: „Unser Verein hat sich sportlich hervorragend entwickelt und wirtschaftlich konsolidiert.“ Erstmals seit dem Aufstieg ins Oberhaus 2021 verpasste die Truppe von Peter Pacult heuer die Meistergruppe. Als Qualifikationsgruppen-Dritter liegen die Klagenfurter vier Zähler vor dem Abstiegsrang. Der Publikumszuspruch ist leicht rückläufig. Im Schnitt fanden sich im großen Wörthersee Stadion in dieser Saison offiziell 4.297 Zuschauer ein.

Mögliche Sanktionen gegen Klagenfurt stehen erst nach dem Ende des Instanzenzuges fest. Gegen den Senat-5-Beschluss können die Clubs bestimmungsgemäß innerhalb von acht Tagen beim Protestkomitee schriftlich Protest erheben – die Frist endet heuer aufgrund des Feiertages am Dienstag, den 22. April. Die Entscheidung des Protestkomitees wird bis Freitag, 2. Mai getroffen sein. Damit endet dann der Instanzenweg innerhalb der Bundesliga. Danach kann innerhalb von acht Tagen Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht eingebracht werden.

Wiener Austria mit Auflage

Die finanziell angeschlagene Wiener Austria bekam das „Pickerl“ wie im Vorjahr im ersten Anlauf – allerdings mit Auflage. Die Liga verlangt eine aktualisierte geprüfte finanzielle „Zukunftsinformation“, wie es in der Aussendung hieß. Austria-Vorstand Jürgen Werner sprach in diesem Zusammenhang von „einer ganz kleinen Berichtsauflage“ und lobte die wirtschaftlichen Verantwortlichen. „Großes Lob an unseren Vorstand Harald Zagiczek und das Finanzteam, die das souverän geschafft haben, dass wir in erster Instanz die Lizenz bekommen. Das war in den letzten Jahren nicht immer so. Super, da sind wir stolz drauf“, sagte Werner am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Das sagt Jürgen Werner über die Lizenz-Auflage für Austria Wien

St. Pölten kommt mit blauem Auge davon – Minuspunkte für Bregenz

In der zweiten Liga kam der SKN St. Pölten eine Woche nach dem überraschenden Absprung von Investor FC32 wie die Wiener Austria mit der Auflage davon, „aktualisierte geprüfte finanzielle Zukunftsinformationen“ nachreichen zu müssen. Schwarz-Weiß Bregenz wiederum startet wegen verspäteter Abgabe der Unterlagen mit drei Minuspunkten. Insgesamt wurde 16 Bewerbern die Oberhaus-Lizenz erteilt. Dazu zählt auch das 2. Liga-Spitzen-Duo Admira Wacker und SV Ried. 18 Bewerber (inkl. 5 Amateurmannschaften von Bundesliga-Clubs) erhielten die Zulassung für die 2. Liga.

Alle Lizenzanträge im Überblick

Seit der Ligareform wird zwischen Lizenz (gilt für die ADMIRAL Bundesliga) und Zulassung (gilt für die ADMIRAL 2. Liga) unterschieden. Ein Erhalt der Lizenz berechtigt ebenfalls zur Teilnahme an der ADMIRAL 2. Liga.

ADMIRAL Bundesliga

Lizenz erteilt: SK Puntigamer Sturm Graz, FC Red Bull Salzburg, LASK, SK Rapid, TSV Egger Glas Hartberg, RZ Pellets WAC, FK Austria Wien (Auflage: aktualisierte geprüfte finanzielle Zukunftsinformationen), FC Blau-Weiß Linz, CASHPOINT SCR Altach, WSG Tirol, Grazer AK 1902.

Lizenz & Zulassung verweigert: SK Austria Klagenfurt (finanziell)*

*Über mögliche Sanktionen gegen SKA wird erst bei Feststehen der endgültigen Ergebnisse des Lizenz- und Zulassungsverfahren im weiteren Instanzenzug entschieden.

ADMIRAL 2. Liga & Regionalliga

Für die ADMIRAL 2. Liga ist „nur“ eine Zulassung und keine Lizenz nötig. Trotzdem haben einige Vereine auch für die Lizenz zur ADMIRAL Bundesliga angesucht. Die beiden Titelaspiranten SV Ried und Admira Wacker haben diese auch erhalten. Die Kapfenberger Sportvereinigung hat den Lizenzantrag jedoch noch einmal zurückgezogen, während First Vienna FC und Schwarz-Weiss Bregenz die Lizenz nicht erhielten. Alle drei genannten Teams haben aber die Zulassung für die 2. Liga erhalten.

Lizenz erteilt: SC Austria Lustenau, SV Guntamatic Ried, FAC Wien, Admira Wacker, SKN St. Pölten (Auflage: aktualisierte geprüfte finanzielle Zukunftsinformationen).

Lizenz verweigert: First Vienna FC 1894 (personell), Schwarz-Weiss Bregenz (infrastrukturell).

Zulassung erteilt: First Vienna FC 1894, FC Liefering, SV Horn, SV Licht-Loidl Lafnitz, Schwarz-Weiss Bregenz (Auflage: aktualisierte geprüfte finanzielle Zukunftsinformationen), KSV 1919, SV Stripfing, SKU Ertl Glas Amstetten, ASK Voitsberg, SV Klöcher Bau Oberwart (Regionalliga Ost), FC Hertha Wels (Regionalliga Mitte), SV Austria Salzburg (Regionalliga West), SC Imst 1933 (Regionalliga West).

Zulassung als Amateurteam eines BL-Klubs: SK Sturm Graz II, SK Rapid II, Young Violets Austria Wien (Regionalliga Ost), LASK Amateure OÖ (Regionalliga Mitte), WAC Amateure (Regionalliga Mitte)

Lizenzantrag zurückgezogen: KSV 1919

Als Sanktion für die verspätete Abgabe des geprüften Jahresabschlusses wird gegen Schwarz-Weiss Bregenz ein Abzug von drei Punkten in der kommenden Saison 2025/26 sowie eine Geldstrafe von 20.000 Euro verhängt.

Klublizenzierung für die UEFA-Frauen-Klubwettbewerbe

Wie auch in den Vorjahren hat der Senat 5 die Lizenzanträge von Klubs der ADMIRAL Frauen Bundesliga für die Teilnahme an den UEFA-Frauen-Klubwettbewerben behandelt.

Lizenz erteilt: spusu SKN St. Pölten Rush, CASHPOINT SCR Altach, FK Austria Wien, First Vienna FC, SK Sturm Graz

Werbung

(APA/OEFBL/Red.)

Bild: GEPA